Newsletter Mai 2021:


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Zahnarztbesuche trotz Corona?

 

Haben auch Sie zu Beginn der Pandemie Ihren Zahnarzttermin aus Sorge vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus abgesagt?

 

So zumindest wurde es von Experten zu Hochzeiten der Corona-Pandemie empfohlen. Nur wer starke Zahnschmerzen habe, solle nicht auf notwendige Besuche beim Zahnarzt verzichten.

 

 

 

Gibt es in der Zahnarztpraxis eine besonders hohe Ansteckungsgefahr?

 

Jeder weiß, dass der Kontakt zwischen Zahnarzt und Patient normalerweise über einen längeren Zeitraum in kurzer Distanz verläuft. Außerdem wird in dem Bereich gearbeitet, der besondere Infektionsrisiken birgt, da Speichel und Schleimhäute betroffen sind.

Da es jedoch schon vor der Pandemie strengste Hygienevorschriften gab, deren Einhaltung von den Gesundheitsbehörden regelmäßig kontrolliert wurde, sind diese Bedenken haltlos. Kaum ein anderer Berufsstand setzt bereits routinemäßig Flächen- und Händedesinfektion ein. Handschuhe, Visier und Mund-Nasen-Schutz gehörten schon vor der Pandemie zur Standardausrüstung.

Behandlungen beim Zahnarzt trugen nach derzeitigen Erkenntnissen weder beim Behandlungsteam noch bei Patientinnen und Patienten zu einem erhöhten Covid-19-Infektionsgeschehen bei.

 

Die Hygienevorschriften für Zahnarztpraxen basieren auf einem Hygieneplan, der den Praxen vom DAHZ (Deutschen Arbeitskreis für Hygiene in der Zahnmedizin) und der BZÄK (Bundeszahnärztekammer) zur Verfügung gestellt wird. Dieser Hygieneplan beinhaltet die Empfehlungen des Robert Koch-Institutes „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“, der an die gegenwärtigen Forderungen des Infektionsschutzes angepasst worden ist.

Nach Ausbruch der Pandemie sind diese hohen Hygiene- und Infektionsschutzstandards nochmals verstärkt worden.

Vom IDZ (Institut der Deutschen Zahnärzte) und der KZBV (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung) wurden für die Zahnarztpraxen konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Für Patienten und Mitarbeiter der Praxen, werden zum Gesundheitsschutz eine Reihe von Hygienevorschriften umgesetzt, um einer Übertragung von SARS-CoV-2 vorzubeugen.

 

Die aktuellen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen:

 

Behandlungen werden nur durchgeführt, wenn genügend Schutzausrüstung verfügbar ist. Brille oder Schutzvisier sowie Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe und eventuell ein Schutzkittel.

Räume werden regelmäßig vom Behandlungsteam gelüftet.

Bei der Behandlungen mit Wasserversprühungen wird besonders auf eine sehr gute Absaugung geachtet, um die Aerosolentstehung möglichst klein zu halten.

Auf kurze Wartezeiten wird geachtet, da dadurch die Kontakte mit anderen Patienten minimiert werden. Beschilderungen in den Praxen weisen auf die Masken- und Abstandspflicht hin und eine Händesprühdesinfektion wird im Eingangsbereich bereitgestellt.

Oberflächen und Geräte, mit denen Patienten in Berührung kommen, werden regelmäßig nach den rechtlichen Vorgaben desinfiziert.

Ärzte und Mitarbeiter werden auf Covid-19 getestet.

 

Darum ist der Zahnarztbesuch jetzt wichtig

 

Da sich die Zahnarztpraxen auf die neue Situation gut eingestellt haben, sollten Patienten Zahnarzttermine wieder wahrnehmen.

Nur so wird eine Karies erkannt. Eine Parodontitis-Erkrankung kann durch eine regelmäßige PZR (professionell Zahnreinigung) verhindert werden. Auch ernsthafte Krankheiten wie Krebs in der Mundhöhle kann dadurch frühzeitig festgestellt werden. Diese Behandlungen können und dürfen nicht über einen längeren Zeitraum aufgeschoben werden.

Bedenken Sie! In der derzeitigen Krise arbeiten viele Leute im Home-Office und ernähren sich anders. Hinzu kommt zusätzlicher Stress durch die fehlende Kinderbetreuung. Möglicherweise finanzielle Nöte. Das alles belastet die Gesundheit.

Gerade darum ist der Zahnarztbesuch jetzt besonders wichtig. Das Immunsystem findet sich im Darm, Nase, Rachen und der Mundhöhle. Mit der Vorsorge werden die Risiken für Entzündungen am Zahnfleisch (Parodontitis) gesenkt, die das Immunsystem zusätzlich belasten.

 

Wann sollten Sie Ihren Zahnarzt unbedingt aufsuchen?

 

  • Bei starken Zahnschmerzen
  • Während einer laufenden Parodontitisbehandlung
  • Zu einer anstehender Wurzelbehandlung
  • Versorgung mit Zahnersatz
  • Zur regelmäßigen Professionellen Zahnreinigung

 

Zahnarzttermin trotz Krankheitssymptomen?

 

Sollten Sie an Husten, Fieber oder Atemnot leiden – informieren Sie Ihren Zahnarzt. Er entscheidet gemeinsam mit Ihnen, wie es weitergeht.

Sind unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen in der zahnärztlichen Praxis erforderlich, gelten über die üblichen Hygienemaßnahmen laut Bundeszahnärztekammer spezielle Vorsichtsmaßnahmen, damit diese Patienten räumlich und organisatorisch von den anderen getrennt sind.

Besteht bei Patienten, die sich mit Covid-19 infiziert haben, ein zahnmedizinischer Notfall, werden sie laut Bundeszahnärztekammer in speziell eingerichteten Kliniken oder Schwerpunktpraxen behandelt.