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Schmerzempfindliche Zähne

(c) panthermedia.net / Anna Om
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Durch den Kiefer zuckt ein blitzartiger Schmerz. Wenn Zähne überempfindlich sind, lösen harmlose Reize, wie kalte und heiße Getränke, Süßes, Saures oder einfach ein kühler Luftzug ziehende Zahnschmerzen aus.  Doch wer möchte schon auf den heißen Morgenkaffee und ein leckeres Marmeladebrot zum Frühstück oder das geliebte Erdbeereis im Sommer verzichten?

Viele Menschen – fast jeder vierte deutsche Erwachsene – leiden unter Dentinhypersensibilität.

 

Was sind empfindliche Zähne?

 

Der vom harten Zahnschmelz überzogenen Zahnkrone können äußere Reize nur wenig anhaben, so lange dieser nicht beschädigt ist. Die Zahnwurzel dagegen ist lediglich vom dünneren und weicheren Zahnzement umgeben. Da diese jedoch vom Zahnfleisch bedeckt ist, verursacht das normalerweise kein Problem. 

Das Zahnbein (Dentin), das die Hauptmasse des Zahnes bildet und dem Zahn seine typische Form, Farbe und Stabilität gibt, erstreckt sich von der Wurzelspitze bis zur Krone. Im Inneren befindet sich das Zahnmark (Pulpa), in dem kleinste Nerven sowie Blutgefäße verlaufen. 

Das Dentin ist von mikroskopisch kleinen Kanälen durchzogen, den sogenannten Dentinkanälchen.  Weicht das Zahnfleisch im Bereich des Zahnhalses nun zurück, liegt der Zahnzement der Zahnwurzel frei und da dadurch keine schützende Schicht vorhanden ist, gelangen Reize über diese winzigen Kanäle zum Zahnmark und lösen dort die stechenden Schmerzen aus.

Menschen, die von Natur aus über mehr und größere Dentinkanäle verfügen, haben auch empfindlichere Zähne. 

 

Ursachen für empfindliche Zähne 

 

  • Parodontitis
  • Zahnfleischentzündung
  • Zahnwurzelentzündung 

 

Bei folgenden Anzeichen empfiehlt sich ein Zahnarztbesuch:

 

Zahnfleischbluten: Konnten Sie in letzter Zeit vermehrt Zahnfleischbluten beobachten, lassen Sie das von Ihrem Zahnarzt abklären.

Zahnfleischrückgang: Sollten Sie solche Veränderungen bei sich entdecken, kann dies ein Anzeichen einer Parodontitis sein. Diese muss behandelt werden, um weitere Schäden an Zähnen und Zahnhalteapparat zu vermeiden. Besonders bei älteren Menschen weicht das Zahnfleisch ohne Entzündung zurück.

Lockere Zähne: Auch plötzlich gelockerte Zähne sind immer ein Alarmzeichen.

Zahnfrakturen: Risse und Brüche im Zahn können durch Stöße gegen Zähne verursacht werden. Oftmals werden sie erst auf den zweiten Blick oder durch empfindlich werdende Zähne erkennbar.

Karies: Eine bereits tief ins Dentin hineinreichende Karies oder eine Entzündung des schmerzempfindlichen Zahnmarks selbst.

Zähneknirschen: Auch dadurch kann es zu einer Überempfindlichkeit kommen, wenn der Zahnschmelz der Kauflächen abgerieben ist.

 

Ihr Zahnarzt wird zunächst überprüfen, welches die Ursache für Ihre empfindlichen Zähne ist und diese Erkrankungen bzw. Symptome entsprechend behandeln.

 

Wie kann man vorbeugen?

 

Ihr Zahnarzt gibt Ihnen Ratschläge für eine schonende Zahnputztechnik. Wichtig ist es, dass Sie nicht zu fest aufdrücken und eine weiche oder mittelharte Zahnbürste mit abgerundeten Borsten verwenden. Benutzen Sie täglich auch Zahnseide. Durch eine gute Mundhygiene können Sie außerdem Karies und Parodontitis mit all ihren negativen Begleiterscheinungen vorbeugen. Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung kann hilfreich sein. 

 

Wie können überempfindliche Zähne behandelt werden?

 

Eine Übersensibilität der Zähne sollte immer zahnärztlich abgeklärt werden, da mehrere Ursachen dafür verantwortlich sein können, die einer Behandlung bedürfen. Eine Ursache für zurückweichendes Zahnfleisch (Parodontose) kann auch eine falsche Putztechnik und eine erbliche Veranlagung sein. 

Frei liegende Zahnhälse können mit Fluoridlacken, Laser oder speziellen Kunststoffen, so genannten Dentinkleber, versiegelt werden. 

Außerdem können spezielle Zahnpasten für sensible Zähne Linderung bringen. Die darin enthaltenen Stoffe, verschließen die Dentinkanälchen oder dringen in diese ein und mindern dadurch die Überempfindlichkeit. Ihr Zahnarzt empfiehlt Ihnen eventuell eine Behandlung mit einem Fluoridgel, das den vorhandenen Zahnschmelz stärkt und somit die an den Nerv weitergeleiteten Empfindungen abschwächt.

 

Versiegelung: Die Oberfläche freiliegender Zahnhälse lässt sich mit Medikamenten oder dünnflüssigen Kunststoffen versiegeln. Bereits eine einmalige Anwendung verschließt die Tubuli und verhindert das Auftreten weiterer Schmerzreize.

 

Zahnhalsfüllungen: Ein ausgehöhlter Zahnhalsbereich kann mit einer kleinen, unsichtbaren Kunststofffüllung verschlossen werden. Au diese Weise werden nicht nur unangenehme Reize vom Dentin ferngehalten, sondern der Zahn bekommt auch seine ursprüngliche Form zurück.

 

Chirurgie: Mittels chirurgischer Maßnahmen lässt sich das Zahnfleisch wieder an die ursprüngliche Stelle zurückversetzen. Die Ästhetik verbessert sich und empfindliche Zahnhälse werden wieder verdeckt.

 

Nachbehandlung: Ihr Zahnarzt wird nicht nur die Symptome behandeln, er wird auch der Ursache der empfindlichen Zahnhälse auf den Grund gehen.

Bei anhaltender Zahnempfindlichkeit sollte eine Röntgenaufnahme Klarheit darüber geben, ob der Wurzelkanal betroffen ist und nötigenfalls der Nerv entfernt werden muss, damit er Ihnen keine Schmerzen mehr bereiten kann. Bei Zahnfleischrückgang mit freiliegenden Zahnhälsen oder Wurzelbereichen wird Ihr Zahnarzt gegebenenfalls eine Zahnfleischtransplantation empfehlen. Dadurch werden die betroffenen Bereiche abgedeckt und somit wieder geschützt.