Aktueller Bericht aus der Stuttgarter Zeitung:

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(c) panthermedia.net / kurhan
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Parodontitis – Was ist das?

 

Bei Parodontitis handelt es sich um eine Infektion des Zahnhalteapparates. Beim Zähneputzen blutet ihr Zahnfleisch? Das ist ein erstes Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung. Unbehandelt kann sie zum Zahnfleisch- und Knochenrückgang und somit zu Zahnverlust führen.

Nicht immer basiert Parodontitis auf mangelnder Mundhygiene. Der Zahnfleischrückgang liegt mitunter an folgenden Faktoren:

 

  • Mangelnde Mundhygiene
  • Zahnstein
  • Rauchen
  • Diabetes
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • schwaches oder erkranktes Immunsystem
  • hormonelle Umstellungen
  • unausgewogene Ernährung
  • Genetik

 

Diagnostik und Prognose

 

Zunächst wird Ihr Zahnstein entfernt und die Zahnfleischtaschen werden oberflächlich gesäubert. Es folgt eine Messung der Zahnfleischtaschen und deren Blutung beim Sondieren. Der Ausgangswert wird zur Beurteilung möglicher Fortschritte ermittelt. Ein Röntgenbefund wird erstellt. Dieser sollte bis zum Zeitpunkt der Beantragung zur Parodontaltherapie nicht älter als sechs Monate sein.

Eine Möglichkeit den Zustand des Zahnfleisches zu erfassen, ist der Parodontale Screening Index (PSI). Das Zahnfleisch wird dabei mit einer speziellen Sonde untersucht und in fünf Kategorien eingeteilt.

 

Wie kann der Zahnarzt helfen?

 

Den Grundstein für die Bekämpfung der Parodontitis legt die Zahnreinigung und Glättung der Oberflächen.

 

Die geschlossene Behandlung:

 

Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme, die keinen operativen Eingriff benötigt und ohne die Öffnung des Zahnfleisches zum Erfolg führt. Mit der geschlossenen Therapie erzielt Ihr Zahnarzt ein gutes Ergebnis, bei leichter bis zu mittelschwerer Parodontitis. Um sinnvoll therapierbar zu sein, müssen die Zahnfleischtaschen in diesem Fall mindestens eine Tiefe von 3,5 mm besitzen. Da bei dieser Therapie die Oberfläche der Zahnwurzeln einbezogen wird, erhalten Sie in der Regel eine Betäubung, damit Sie schmerzfrei behandelt werden können.

 

Die offene Behandlung:

 

Sie wird auch als offene Kürettage bezeichnet. Diese aufwendige Therapieform kann vom Zahnarzt in akuten Fällen vorgenommen werden. Hierbei wird das Zahnfleisch geöffnet und nach außen geklappt. Die Zahnwurzeln und die Zahnfleischtaschen können so direkt unter Einsicht gereinigt werden. Der behandelte Bereich wird danach wieder vernäht, und kann sich somit wieder an die sauberen Zahnflächen anlegen. Auch bei der Behandlung einer fortgeschrittenen Parodontitis werden Sie in der Regel betäubt.

 

Behandlung mit Antibiotika:

 

Diese Methode empfiehlt sich nur seltenen. Sie wird lediglich bei aggressiven oder sehr hartnäckigen Formen und Ausprägungen angewendet. Entweder wird diese antibiotische Therapie lokal – in der Zahnfleischtasche – oder systemisch in Tablettenform angewendet.

 

Was können Sie selbst tun?

 

Beugen Sie mit regelmäßiger Prophylaxe und Kontrollen beim Zahnarzt einer Parodontitis vor und lassen Sie regelmäßig Zahnstein sowie harte und weiche Beläge entfernen. Nehmen Sie auch ohne erneute Symptome wie Zahnfleischbluten oder eine Lockerung des Zahnfleisches die Vorbeugung ernst.

Ihre ganz besondere Aufmerksamkeit sollten Sie der Reinigung Ihrer Zahnzwischenräume widmen, da besonders häufig Beläge zwischen den Zähnen verantwortlich für eine Parodontitis sind. Vermeiden Sie Risikofaktoren.

 

Wer bezahlt die Behandlung?

 

Diabetes und Osteoporose, Alkohol- und Nikotinkonsum, sowie eine unzureichende Mitwirkung des Patienten verschlechtern die Prognose und wirken sich negativ auf die Entscheidung der Krankenkassen aus.

Bei positiver Prognose können Sie die Behandlung der Parodontitis über Ihre Krankenkasse abrechnen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie bei der Bekämpfung mitwirken, sich während der Behandlung und auch danach entsprechend verhalten. Lassen Sie regelmäßig die Prophylaxe bei Ihrem Zahnarzt vornehmen.

Allerdings werden die Kosten nur für klassische Therapien wie die geschlossene und eventuell auch offene Kürettage übernommen.

 

Was Sie wissen sollten!

 

Die Parodontitis kann sich ausbreiten und dadurch eine schwere Erkrankung auslösen. Sie kann Ursprung eines unklaren Fiebers sein, da der Infekt anfangs möglicherweise nicht mit einer Parodontitis in Verbindung gebracht wird. Selbst eine bakterielle Besiedelung der Herzklappen oder von Endoprothesen ist möglich. Auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall scheint zu steigen. Hierfür ist die Ursache jedoch noch nicht ausreichend geklärt.