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Vitamine für die Zahngesundheit

© pixabay.com
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Für die Gesundheit der Zähne und des Zahnfleisches ist die richtige Ernährung ebenso wichtig, wie die tägliche Mundhygiene. Und zu gesunder Ernährung zählen auch die Vitamine. In den menschlichen Zellen laufen unzählige biochemische Stoffwechselprozesse ab. Um dort für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, benötigt unser Körper Vitamine. Zum größten Teil werden Vitamine über die Nahrung aufgenommen.

 

Und wie kommt es überhaupt zu Vitaminmangel?

 

In den meisten Fällen basiert Vitaminmangel auf Unterernährung, die mitunter auf folgende Ursachen zurückzuführen ist:

 

  • Mangelernährung – einseitige Ernährung,radikale Diäten oder spezielle Ernährungsweisen
  • Falsche und lange Lager- und Kochzeiten
  • Durchfallerkrankungen – die Aufnahme in Magen und Darm könnte unzureichend sein
  • Lichtmangel (Vitamin D)
  • Alkoholismus geschwächte Leberfunktion Nährstoffverdrängung
  • Raucher

Einen erhöhten Vitaminbedarf in bestimmten Lebensphasen:

  • Schwangere und stillende Mütter
  • Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase
  • Kranke und gestresste Menschen

Was geschieht mit den Zähnen bei Vitaminmangel?

 

Vitaminmangel erhöht die Kariesgefahr, macht die Zähne brüchig und schwächt das Zahnfleisch. Zudem kann durch Vitamin-D-Mangel Karies auftreten.

Bereits in den 1930er und 1940er Jahren haben Zahnmedizinische Studien belegt, dass Vitamin-D-Mangel bei Kindern in der Wachstumsphase, die Kariesgefahr stark erhöht. Die Zähne sind durch den Vitaminmangel nicht so stabil und dadurch anfälliger für Säureschäden.

 

Langfristiger Vitamin-D-Mangel kann aber auch bei Erwachsenen die Remineralisierung des Zahnschmelzes stören und so nicht nur den Zahnschmelz angreifbarer für Karies machen, sondern auch die Stabilität des gesamten Zahns gefährden.

 

Der ständige Erneuerungsprozess unseres Körpers, betrifft auch das Knochengewebe und die Zähne.

Es gilt das Gleichgewicht zwischen Demineralisierung des Zahnschmelzes, beim Kontakt mit süßen oder sauren Speisen zu wahren, und den Ausscheidungen der im Zahnbelag lebenden Bakterien.

Wenn der Speichel ausreichend fließt, kann er die Säuren neutralisieren und den Zahnschmelz wieder festigen, indem er die Mineralien Kalzium und Phosphor zuführt. Bei Vitamin-D-Mangel können diese wichtigen Mineralien jedoch nicht hinreichend in den Zahnschmelz und das darunter befindliche Dentin eingelagert werden. – Die Zähne werden instabil und brüchig.

 

Vitaminmangel schwächt zudem das Immunsystem und behindert dadurch die natürliche Abwehrreaktion bei aufkeimenden Entzündungen oder verlangsamt die Zellerneuerung und dadurch das Abheilen kleiner Zahnfleischverletzungen.

Auslöser einer Entzündung des Zahnfleischsaums sind Bakterien, die sich im Zahnbelag, dem sog. Plaque, ansammeln. Neben unzureichender Mundhygiene kann auch eine unzureichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu einer Zahnfleischentzündung beitragen.

 

Welche Vitamine und Mineralstoffe sind für Zähne und Zahnfleisch wichtig?

  • Vitamin A bzw. Carotinoide
  • Vitamin C
  • Vitamin D in Verbindung mit Vitamin K2
  • Folsäure
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Magnesium (ein Mineralstoff)

Vitamin D

 

Genau genommen ist Vitamin D eigentlich kein Vitamin, sondern eine Hormon-Vorstufe. Es gibt verschiedene Varianten, von denen die Vitamine D2 (Ergocalciferol) und D3 (Cholecalciferol) für den Menschen am wichtigsten sind.

Der Körper kann Vitamin D über die Nahrung aufnehmen, bei ausreichender Sonneneinstrahlung kann er es auf der Haut selbst bilden. Einen gewissen Vorrat an Vitamin D kann der Mensch im Fettgewebe, in die Muskeln und in der Leber speichern. Es ist an der Bildung von Knochenstammzellen beteiligt und dadurch Voraussetzung für einen stabilen Kieferknochen.

Ohne Vitamin D kann unser Körper Mineralstoffe, die er über die Ernährung aufnimmt, nicht in Knochen und Zähne einlagern. Zudem sorgt es für die Entwicklung ausreichender Abwehrzellen, die wiederum entzündliche Erkrankungen bekämpfen.

Wenn sich ein erwachsener Mensch 2-3 Mal pro Woche 10-15 Minuten im Freien aufhält, wird dessen Bedarf gut abgedeckt.

Vitamin D befindet sich vor allem in Lebertran und fettem Seefisch, sowie in geringen Mengen in Milchprodukten und Pilzen.

 

Vitamin C

 

Vitamin C kann nur über die Nahrung aufgenommen werden und lässt sich nicht im Körper speichern.

Es ist jedoch wichtig für das Immunsystem. Bei Mangelerscheinungen, sind die Entzündungsabwehr und auch die Wundheilung gestört. Man benötigt es für den Aufbau von Bindegewebe, Zähnen, Zahnfleisch und Knochen.

Die bekannteste Vitamin-C-Mangelkrankheit ist Skorbut. Sie betraf in früheren Zeiten vor allem Seefahrer, und äußerte sich zunächst durch Zahnfleischbluten und dem Ausfallen der Zähne.

Vitamin C befindet sich vor allem in frischem Gemüse und Obst. Es zerfällt aber sehr schnell, wenn es mit Licht, Hitze und Sauerstoff in Berührung kommt. Darum ist es wichtig sie frisch und roh zu verzehren oder nur kurz zu kochen. Vitamin-C-Präparate sind bei einer ausgewogenen Ernährung nicht erforderlich. Allerdings sind sie älteren Menschen mit einseitiger Ernährung und Rauchern zu empfehlen.

 

Vitamin B12

 

Vitamin B12 wird vor allem über tierische Nahrungsmittel aufgenommen. Am meisten ist in Fleisch, Fisch, Eiern und Milch enthalten. 100 g Emmentaler oder 60 g Hackfleisch genügen, um den Tagesbedarf zu decken.

Da es in der Leber gespeichert werden kann machen sich Mangelerscheinungen erst nach dauerhafter Unterversorgung bemerkbar.

Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Blutarmut führen und äußert sich häufig durch Verletzungen an den Mundschleimhäuten. Vor allem benötigt es der menschliche Körper für die Bildung roter Blutkörperchen, neuer DNA im Zuge des Zellwachstums und für die Aufnahme von Folsäure.

 

Vitamin K

 

Hier unterscheidet man zwischen dem Vitamin K1, dem sog. Phyllochinon, das über die Nahrung aufgenommen wird und dem Vitamin K2, dem sog. Menachinon, das innerhalb des menschlichen Körpers von Darmbakterien hergestellt wird.

Vitamin K wird von unserem Körper vor allem für die Knochenbildung gebraucht. Um die Stabilität des Knochengewebes zu erhalten wirkt hier Vitamin K im Zusammenspiel mit Vitamin D und Kalzium.

Da nur ein stabiler Kieferknochen festen Halt für die Zähne bietet, ist dies für die Zahngesundheit sehr wichtig. Außerdem kommt es bei fehlendem Vitamin K häufiger zu Blutungen. Darunter leiden dann auch Mundschleimhaut und Zahnfleisch.

Vitamin K befindet sich vor allem in Hähnchenfleisch, grünen Blattgemüsen und Kohl. Ein Mangel an Vitamin K ist ziemlich selten.

Ärzte empfehlen ergänzende Präparate vor allem für Menschen mit bestimmten Krankheiten wie Morbus Crohn und Zöliakie. Mitunter auch für Menschen, die bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika oder Phenobarbital, nehmen müssen. Auch alkoholbedingte Leberschäden können zu Vitamin-K-Mangel führen.

 

Vitamin A

 

Vitamin A, das auch Retinol genannt wird, ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Pflanzliche Lebensmittel können Vorstufen von Vitamin A enthalten, die als Provitamin A auch Carotinoid bezeichnet werden.

Vitamin A wird in der Leber gespeichert, aufgenommenes Provitamin A wird im Dünndarm aufgespalten und zu Vitamin A umgewandelt.

Bei Vitamin-A-Mangel kann es vermehrt zu Infekten und zu Gewebeschäden kommen, da es zur Zellneubildung von Haut und Schleimhaut benötigt wird. In unserem Organismus wird es vor allem für die Funktion des Immunsystems benötigt. Bei Parodontitis kann die Einnahme von Vitamin A die Heilung fördern.

Vor allem findet sich Vitamin A in Leber, Fisch, Milchprodukten und Eiern. Das Provitamin A ist vor allem grüne Blattgemüse und roten, gelben und orangenen Früchten und Gemüsen enthalten. Kurz gekocht kann der Körper die Carotinoide besser aufnehmen.

 

Benötigen unsere Zähne Nahrungsergänzungsmittel?

 

Grundsätzlich sollte man sich bemühen, den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen durch eine ausgewogene Ernährung zu decken. Achten Sie auf einen abwechslungsreichen Speiseplan, essen Sie viel Obst und Gemüse – am besten saisonal und frisch oder nur kurz gekocht. Vollkornprodukte, Fleisch und Fisch, sowie Eier und Milchprodukte enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe. Sollte ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel vorliegen, kann dies durch einen Bluttest beim Arzt festgestellt werden.