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Newsletter April 2015:


© Bildagentur PantherMedia / Konstantin Yolshin
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Was hat Diabetes mit Zahngesundheit zu tun?

 

Parodontitis und die Zuckerkrankheit gelten als typische Volkskrankheiten. Beide Erkrankungen beginnen schleichend, da beide zunächst meist beschwerdefrei verlaufen.

In Deutschland leben laut Schätzung etwa acht Millionen Diabetiker. Vermutlich ist die Dunkelziffer ebenso hoch.

Als Betroffener sind Sie mit den Risiken der Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt,Schlaganfall, Augen-, Nieren- und Nervenschäden und dem Diabetischen Fuß vertraut.

Besonders gefährdet sind Patienten mit schlecht eingestellter oder gar unbehandelter Diabetes Mellitus. Darum sind regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt unerlässlich.

 

Doch weshalb zum Zahnarzt?

 

Wurde bei Ihnen Diabetes mellitus diagnostiziert, sollten Sie beim Zahnarzt eventuelle Erkrankungen in der Mundhöhle behandeln lassen, da eine enge Verknüpfung zwischen Zuckerkrankheit und einer Parodontitis nicht ausgeschlossen ist. Viele Diabetiker wissen nicht, dass sie zur Hochrisikogruppe für Parodontitis zählen.

So tragen, laut Studien, Diabetiker mit einer Parodontitis ein 6-fach höheres Risiko für die

Erhöhung ihres Blutzuckerspiegels als Patienten ohne Parodontose. Zum anderen haben

Diabetiker ein dreimal höheres Risiko an Entzündungen des Zahnfleisches, bzw. des Zahnbettes zu erkranken.

Etliche neue Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein veränderter Zuckerstoffwechsel die Zahngesundheit beeinflusst. Bei schlechter Blutzuckereinstellung ist die Immunabwehr geschwächt, die Durchblutung ist geringer und Wunden in der Mundhöhle heilen schlechter.

Durch wunde Stellen im Mundraum dringen Parodontitis-Bakterien und andere Entzündungsmediatoren, wie Biomoleküle, chemische Überträger oder Vermittlungssubstanzen in den Blutkreislauf ein, wodurch der ganze Körper mit einer Entzündung reagiert, die wiederum für die Ausbildung einer Insulinresistenz verantwortlich ist.

Eine weitere mögliche Folge von erhöhten Blutzuckerwerten ist ein verminderter Speichelfluss. Speichel wirkt wie ein Puffer, da er die Säuren verdünnt, die durch Zucker in der Mundhöhle entstehen. In einem trockenen Mund kann der Zahnschmelz schneller angegriffen werden und Karies entstehen.

© Bildagentur PantherMedia / j sierpniowka
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Der Blutzuckerspiegel lässt sich schlechter einstellen


Da Entzündungsherde im Mund die Insulinresistenz der Zellen verstärken, lässt sich der Blutzuckerspiegel schlechter einstellen. Für einen Diabetiker kann das weitreichende Folgen haben. Ein stabiler Blutzucker im Normalbereich entscheidet über diabetische Folgeerscheinungen wie Augen- und Nierenschäden.


Am Zahnstatus Diabetes erkennen?


Zahnmediziner konnten in einer Studie der Columbia Universität bei 73 Prozent der Patienten, einen bislang unbekannten Diabetes allein am Zahnstatus erkennen. Dies war bei einem großen Anteil an tiefen Zahnfleischtaschen und bei mindestens vier fehlenden Zähnen der Fall. Ein weiterer Hinweis auf einen noch unentdeckten Diabetes kann auch das Nichtansprechen auf eine Parodontitistherapie sein.


Zahnkontrolle und Mundhygiene


Im Gegensatz zu Diabetes, bei der es sich um eine sogenannte systemische Krankheit handelt, die sich im ganzen Körper auswirkt, stellt Parodontitis eine lokale Entzündung im Mundraum dar.
Anhand von wissenschaftlichen Studien konnten beweisen werden, dass eine erfolgreiche Behandlung der Parodontitis nicht nur Symptome im Mund, sondern auch den Diabetes verbessern kann. Die Blutzuckerwerte konnten hierbei entscheidend gesenkt werden. Somit reduziert sich die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen des Diabetes auf das normale Risiko.
Angesichts dieser Zusammenhänge sind für Diabetiker eine sehr gute Mundhygiene, zahnmedizinische Kontrollen und regelmäßige Professionelle Zahnreinigung sehr zu empfehlen.