Newsletter Februar 2016:


© Bildagentur PantherMedia  / luminastock
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Natürliche Zähne –

ein ganzes Leben lang

 

Sie haben einen defekten Zahn oder gar einen Zahn verloren? Um wieder entspannt kauen, sprechen und lachen zu können, gibt es einige funktionelle und ästhetische Lösungen. Möglichkeiten um Zähne zu rekonstruieren und unter anderem auch durch entsprechende Materialwahl wieder herzustellen und somit einen Teil an Lebensqualität wiederzugewinnen gab es noch nie so viele wie heutzutage.

Bei der mitunter aufwendigen Planung und Herstellung von Zahnersatz müssen unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden, wie zum Beispiel anatomische Zusammenhänge, der Tragekomfort spielt eine große Rolle und nicht zu vergessen das finanzielle Budget des Patienten.

Zum einen geht es darum, wieder ein funktionelles Kausystem herzustellen. Zum anderen soll der Ersatz in Form und anatomischer Struktur dem natürlichen Zahn möglichst perfekt gleichen, da er dadurch mit dem Gegenüber im Kiefer optimal ineinandergreift.

Bei der Herstellung einer Krone zum Beispiel, kommt es neben der Qualität der Gebissabdrücke und der Präparation des Zahns auch auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Dentallabor an. 

 

Funktionsanalyse

 

Eine Funktionsanalyse kann bei aufwendigem Zahnersatz sinnvoll sein, da diese das gesamte Kausystem einbezieht. Neben den Zähnen sind nämlich auch Kaumuskeln und Kiefergelenke an den Mundbewegungen beteiligt. Zudem liefert sie wertvolle Informationen über die Position des Oberkiefers zum Unterkiefer. Der Zahnersatz soll schließlich im Mund des Patienten gut sitzen.

 

Ästhetik

 

Vor allem im Frontbereich soll sich der Zahnersatz möglichst natürlich in die Zahnreihen einfügen. Die Zahnform muss in das orale Umfeld passen, doch auch die Farbe spielt eine entscheidende Rolle für die Wahl eines Dentalwerkstoffes. Wichtig bei Zahnersatz im Frontbereich ist es, dass auch das Zahnfleisch fest am Zahn anliegt und der Bereich zwischen den Zähnen (Papille) ausgeprägt ist. Für ein strahlend schönes Lächeln ist somit wieder gesorgt.

 

Die Krone

 

Ist es bei einem Zahn zu erheblichen Verlusten der Zahnkrone gekommen und sind keine stabilen Zahnwände mehr vorhanden, ist es häufig nicht mehr möglich, den Zahn mit einer Füllung oder Einlagefüllung (Inlay) zu rekonstruieren. Im Gegensatz zu einer im Zahn verankerten Füllung, umfasst eine Krone Teile oder auch den gesamten in die Mundhöhle ragenden Anteil eines Zahnes und gibt diesem wieder seine Form und eine ausreichende Stabilität zurück. Im sichtbaren Bereich zusätzlich ein annähernd natürliches Aussehen.

Vorausgesetzt, der Zahn ist noch tief genug im Knochen verankert und das Zahnfleisch ist gesund. Ein im Wurzelkanal verankerter Stiftaufbau bietet den nötigen Halt bei einem wurzelbehandelten Zahn.

Sind noch Teile der Zahnwände vorhanden genügt eventuell eine Teilkrone.

Für die Herstellung einer Krone machen wir in unserer Praxis einen Abdruck von Ihrem Gebiss und dem präparierten Zahnstumpf. Im Dentallabor dient dieser dann als Vorlage für ein Gipsmodell. Das ist die Basis für die Anfertigung der Krone. Um sie herum wird die Krone je nach ausgewähltem Dentalmaterial modelliert oder gegossen. Die Kontaktpunkte müssen stimmen. Schon Abweichungen von einem hundertsten Millimeter machen sich beim Zusammenbiss bemerkbar. Falsche Kontaktpunkte am Zahnersatz könnten dazu führen, dass Unstimmigkeiten unbewusst durch Zähneknirschen ausgeglichen werden. Mögliche Folgen wären übermäßige Belastung der Krone und dem gegenüberliegenden Zahn. Auch Schmerzen am Kiefergelenk könnten auftreten.

Der Biss auf die Folie bietet dem Zahnarzt eine Kontrolle im Mund des Patienten. Durch die Anzahl und Lage der Druckpunkte kann er erkennen, ob der Zahnersatz perfekt sitzt.

 

Die Brücke

 

Eine Brücke gleicht die entstandene Lücke zwischen Nachbarzähnen eines oder mehrerer nebeneinander verlorengegangener Zähne aus. Eine Brücken-konstruktion kann bis zu drei fehlende Zähne ersetzen, vorausgesetzt, es sind genügend stabile Nach- barzähne vorhanden, an denen diese wie an einem Pfeiler verankert werden können.

Für die Brückenversorgung eines fehlenden Zahnes sind mindestens zwei Pfeilerzähne notwendig, bei drei fehlenden Zähnen benötigt es drei Pfeilerzähne in günstiger Position, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. Jeder Pfeiler muss dafür angeschliffen und überkront werden. Letztendlich lassen sich durch Brückenkonstruktionen im Gebiss einige fehlende Zähne ersetzen. Voraussetzung für jede Brücke sind genügend gesunde und gerade, also nicht gekippt stehende Pfeilerzähne. Der Zahnhalteapparat muss in Ordnung und die Zahnwurzel gut im Kieferknochen verankert sein. Fehlende Pfeilerzähne können in vielen Fällen durch ein Implantat ersetzt werden.

 

Prothese

 

Ungeliebt von den meisten seiner Träger, verfügen etwa 60 Prozent der über 65-Jährigen über eine herausnehmbare Teil- oder Vollprothese. Fehlen zu viele Zähne um eine Brücke einsetzen zu können, benötigt der Patient als Zahnersatz eine Teilprothese. Diese überwiegend aus Kunststoff gefertigten Ersatzzähne, werden von einem zahnfleischfarbenen Kunststoffsattel getragen. Teilprothesen werden in ihrer einfachsten Form mit Klammern an den Restzähnen befestigt. Mehr Tragekomfort bieten Geschiebe-, Teleskop-, Druckknopf-, Magnet- oder Stegverbindungen, die außerdem ästhetisch ansprechender sind. Eine Prothese braucht Eingewöhnungszeit, da diese im Mund mehr Platz einnimmt und zunächst als Fremdkörper wahrgenommen wird.

Eine Vollprothese bedeckt im Oberkiefer den gesamten Gaumen und wird lediglich durch Saugkräfte gehalten. Im Unterkiefer sitzt sie auf dem Kieferkamm und wird durch Wangen- und Zungenmuskulatur gehalten. Da sich der Kieferkamm durch Knochenabbau verändert, muss die Prothese, um einen guten Halt zu erhalten, regelmäßig genau angepasst werden. So kommt es dann auch zu keinen Druckstellen.

 

© Bildagentur PantherMedia  / Alexmit
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Implantat

 

Um Zahnlücken zu schließen ist implantatgetragener Zahnersatz oft die optimale Lösung. Da ein Implantat auch die Zahnwurzel des verlorenen Zahns ersetzt, ist der Zahnersatz fest im Kieferknochen verankert.

Auf diese Weise lässt sich nicht nur eine Lücke schließen, diese künstlichen Wurzeln können auch bei einem komplett zahnlosen Kiefer zum Einsatz kommen, um einer Prothese Halt zu bieten. Dazu benötigt man im Ober- und Unterkiefer mindestens vier Implantate. Werden acht Implantate gesetzt, kann auf eine Prothese verzichtet werden, da dadurch die Möglichkeit für eine Brückenkonstruktion gegeben ist, um die fehlenden Zähne zu ersetzen. Implantate ersetzen die fehlenden Pfeilerzähne.

Um eine kleine Zahnlücke zu schließen, ist ein Implantat ebenfalls von Vorteil, da es mit einer künstlichen Krone verschraubt, den fehlenden Zahn komplett ersetzt. Die Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden.

Voraussetzung für das Setzen eines Implantates ist genügend vorhandene Knochensubstanz. Fehlt diese, muss der Knochen neu aufgebaut werden. Heutzutage ist dies mit eigenem und künstlichem Material gut möglich. Da es sich bei Knochen um lebendiges Gewebe handelt, lässt sich dieses leicht zum Wachsen anregen. Knochenaufbau ist auch möglich, wenn das Implantat bei einem chirurgischen Eingriff in den Kiefer eingesetzt wird. Danach folgt eine Eiheilphase von etwa zwölf Wochen, dann kann das Implantat mit dem Zahnersatz versorgt und belastet werden.

 

Inlay

 

Bei Inlays handelt es sich um hochwertige und langlebige Alternativen zu Füllungen aus Amalgam, Zement oder Kunststoffen. Die Einlagefüllungen werden in einem Dentallabor gefertigt und in den präparierten Zahn einzementiert oder eingeklebt. Eine Inlay-Versorgung macht Sinn, wenn der Defekt noch nicht so groß ist, dass eine Krone notwendig wird. Je nachdem, wie viele Seiten des Zahnes betroffen sind unterscheidet man zwischen ein- und mehrflächigen Inlays:

 

  • Einflächige Füllungen: Die die Kaufläche des Zahns
  • Zweiflächige Füllungen: Die Kaufläche des Zahns und eine Fläche zu einem Nachbarzahn
  • Dreiflächige Füllungen: Die Kaufläche des Zahns und beide Flächen zum Nachbarzahn.

 

Inlays bestehen aus Gold, Keramik oder Kunststoff. Aus ästhetischer Sicht werden Keramik- und Kunststoff-Inlays bevorzugt, da sie zahnfarben sind. Sie sind sehr präzise einzupassen und haben eine gute Haltbarkeit.

 

Keramik

 

Meist ist der Unterbau, der für Stabilität von Kronen, Brücken und Prothesen sorgt, aus einer gold- oder nicht edelmetallhaltigen Legierung gefertigt. Eine Verblendung aus Gold oder Keramik macht den Zahnersatz perfekt. Da der aus Feldspat, Quarz, Kaolin und anderen Kristallen gebrannte Werkstoff höchste ästhetische Ansprüche erfüllt, entscheiden sich die meisten Patienten für die Keramikverblendung.

 

Die Keramik lässt sich in Farbe und Form ideal dem natürlichen Gebiss anpassen und wirkt sehr natürlich, da sie in Farbbrillanz und Lichtdurchlässigkeit den natürlichen Zähnen zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Material bietet außerdem eine sehr gute Verträglichkeit, da es sich physikalisch und chemisch wie gesunder Zahnschmelz verhält. Selbst dem sauren Speichel widersteht es und allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

 

Vollkeramik

 

Sie wünschen eine ästhetisch noch anspruchsvollere Lösung? Dann entscheiden Sie sich für vollkeramischen Zahnersatz. Hierbei wird zur Verblendung des Zahnersatzunterbaus vorwiegend Feldspatkeramik und Lithiumdisilikatkeramik verwendet. Durch den hohen Kristall- und Glasanteil wird dem Zahnersatz eine optische Brillanz verliehen. Dieser Zahnersatz wirkt noch lebendiger, da selbst die Basis aus Keramik besteht und dadurch das Licht bis in den Dentinkern durchscheinen kann. Das ist auch von Vorteil, wenn sich das Zahnfleisch zurückziehen sollte, da dann kein Metall am Kronenrand hervorblitzt.

 

Zirkonoxid – Vollzirkon

 

Für Brücken und vollkeramische Zahnersatz an den Backenzähnen wird eine Hochleistungskeramik eingesetzt, die noch höheren Kaukräften standhalten kann. Zirkonoxid wird auf Grund seiner hohen Festigkeit auch als keramischer Stahl bezeichnet. Selbst die Herstellung mehrgliedriger Brücken ist möglich. Der Zahnersatz wird im Dentallabor aus einem industriell vorgefertigten Keramikblock computerunterstützt herausgefräst und mit Silikatkeramik verblendet. Dieser Werkstoff ist normalerweise weiß aber recht opak – das bezeichnet in der Physik die Lichtundurchlässigkeit von Stoffen. Durch eine etwas veränderte Zusammensetzung und Verarbeitung des Materials ist es transluzent und zahnähnlich. Da eine geschichtete Verblendkeramikkrone ästhetischer wirkt, empfehlen wir Vollzirkon nur im Seitenzahnbereich.

 

Komposit

 

Immer häufiger hört man von Komposit. Laienhaft werden die seit den 1960er Jahren verwendeten Werkstoffe oft als Kunststofffüllungen bezeichnet, fälschlicherweise ab und an auch mit Keramikfüllungen (Keramik-Einlagefüllung oder Keramik-Inlay) verwechselt.

 

Dieser zahnfarbene Dentalwerkstoff wird vor allem bei Karies bevorzugt statt Amalgam verwendet. Moderne Komposite können es mit Amalgam, was die Lebensdauer angeht durchaus aufnehmen. Zudem sind sie ausreichend körperverträglich und durch ihre Befestigungstechnik lassen sie sich substanzschonend in den Zahn einbringen.

Der Kunststoffanteil ist mittlerweile zu Gunsten anderer oberflächenoptimierender Zutaten auf 20 bis 30 Prozent gesunken. Vor allem Glas-, Quarz- und Keramikpartikel werden in den Kunststoff eingebettet werden. Unter anderem dienen Glas und Keramik als Füllstoff und sorgen für Festigkeit.

Zunächst erfolgte die Anwendung der Komposite fast ausschließlich im Frontzahnbereich. Doch inzwischen werden sie, da sie nur wenig bruchempfindlich, zudem belastbar und abriebfest sind, auch für größere Füllungen und im kaubelasteten Seitenzahnbereich eingesetzt. Komposite halten durch eine spezielle Klebetechnik. Die Zahnoberfläche wird angeraut, dann ein Kleber aufgetragen, der sich mit dem Zahn verbindet.

Durch verschiedenfarbige und transparente Kompositmassen ist es möglich, den Zahnschmelz in all seinen Nuancen nachzubilden. Dadurch reicht es an die Eigenschaften einer Dentalkeramik heran. Wie beim echten Zahn brechen einige das Licht und passen sich der umgebenden Zahnsubstanz an.

 

Nachteile:

 

Da Kompositfüllungsmaterial in mehreren Schichten aufgetragen und schichtweise mit einer Polymerisationslampe gehärtet wird, um die Polymerisationsschrumpfung des Materials und die Bildung von Randspalten zu verringern, ist die Verarbeitung aufwendig und zeitintensiv. Den nötigen Glanz erhält die Füllung durch die anschließende Politur.

Je farbgetreuer die Kompositfüllung ist, umso schwieriger kann sich deren Entfernung gestalten, da beim Herausschleifen die Grenze zwischen Schmelz und Komposit kaum erkennbar ist.

Außerdem sind Verfärbungen der Füllung durch Tee, Kaffee etc. möglich.