Liebe Patienten, wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine nicht allzu hektische Adventszeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.

 

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,

sinnend geh ich durch die Gassen,

alles sieht so friedlich aus.


An den Fenstern haben Frauen

buntes Spielzeug fromm geschmückt,

tausend Kindlein stehn und schauen,

sind so wunderlich beglückt.


Und ich wandre aus den Mauern

bis hinaus ins freie Feld,

hehres Glänzen, heil´ges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!


Sterne hoch die Kreise schlingen,

aus des Schnees Einsamkeit

steigt´s wie wunderbares Singen -

o du gnadenreiche Zeit!


Joseph von Eichendorff


Newsletter Dezember:


© Bildagentur PantherMedia  / volare2004
© Bildagentur PantherMedia / volare2004

Kinderzahnheilkunde

 

Das erste Zähnchen beim Baby ist immer ein ganz besonderes Highlight. Trotz der Freude die Eltern darüber empfinden, dürfen sie nicht vergessen, dass der Durchbruch fürs Baby oft mit Qualen verbunden ist. Das Baby quengelt, ist weinerlich und nur schwer zu beruhigen. Auch für die Eltern oftmals eine schwierige Zeit. Gut, dass es mittlerweile nicht nur gekühlte Beißringe, sondern auch schmerzlindernde Mundgele gegen Zahnungsschmerzen gibt. Hilfreich sind auch Lernzahnbürsten, die das Baby unter Aufsicht selbst halten kann. Mit diesen gewöhnt sich Ihr Kind so ganz nebenbei ans regelmäßige Zähneputzen.

Ist der erste Zahn dann da, sollten Sie mit dem Kind Ihrem Zahnarzt besuchen. So gewöhnen Sie Ihr Kind an die Geräusche und Abläufe in der Praxis.

 

Zahngesunde Ernährung

 

Von Kindesbeinen an kann gesunde Ernährung zum Schutz vor Karies beitragen. Solange die in der Mundhöhle befindlichen Mikroorganismen im Gleichgewicht stehen, ist diese gesund.

Das Trinkfläschchen sollte nicht als Einschlafhilfe dienen, da ständige Flüssigkeitszufuhr die Funktion des Speichels herabsetzt und somit den Zähnen schadet. Speichel gibt Mineralien an die Zähne zurück, die diese durch die Säureattacken verloren haben und repariert dadurch die Zahnhartsubstanz. Bereits ab dem ersten Brei sollte das Trinken aus dem Becher erlernt werden. Die Akzeptanz von Wasser als Durstlöscher ist umso höher, je später Kinder gesüßte Getränke kennenlernen.

Kinder sollten zunächst den natürlich süßen Geschmack von Obst und Gemüse kennenlernen bevor sie Erfahrungen mit Süßigkeiten machen. Darum ist es klug, Ihr Kind zu einem bewussten Umgang mit Süßigkeiten und zuckerhaltigen Speisen zu erziehen. Konnte der Speichel die ganze Nacht saubere Zähne regenerieren, darf, nach dem ersten süßen Frühstück und dem Zähneputzen, der süße Nachtisch das Mittagessen krönen. Genascht werden darf dann am Nachmittag, was in eine Kinderhand passt.

Geben Sie Ihrem Kind naturbelassene Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Rohkost und Obst sowie eiweißreiche, aber fettarme Produkte. Kräftiges Kauen fördert den Speichelfluss und unterstützt das Gebiss bei der Selbstreinigung.

 

Geben Sie Karies keine Chance.

 

Laut einer Studie von Prof. Dr. J. Einweg sind nicht die Bakterien das Problem sondern das, was Bakterien pinkeln, also deren Stoffwechselprodukte (Säuren/Toxine). Bakterien können bereits nach einer Woche für eine Gingivitis (eine zumeist bakteriell verursachte Entzündung des marginalen Zahnfleisches) sorgen.

Von Anfang an ist es wichtig auch die Milchzähne richtig zu pflegen. Der Mythos, dass Milchzahnkaries nicht so schlimm sei, da er sich auswachse, hält sich hartnäckig und hat besonders gravierende Folgen. Tatsächlich fallen in die Zeit der Milchzähne die wichtigsten Entwicklungen des Kindes, da vorzeitig verlorene Zähne zu Störungen der gesunden Entwicklung beitragen. Die Milchzähne ebnen den Weg für die bleibenden Zähne und müssen sorgsam gepflegt werden.

Besorgen sie für ihr Baby eine Lernzahnbürste mit einem kindgerechten, weichen Borstenkopf und eine entsprechende Zahnpasta, da diese weniger Fluorid enthält. Fluorid gilt zwar als Schutz vor Karies, wird aber von Kindern nicht in gleicher Menge benötigt wie von Erwachsenen. Geben Sie zum Putzen eine erbsengroße Menge auf die Bürste. Sie enthält etwa 0,25mg Fluorid. Eine solche Dosis kann den kleinen Organismus auch dann nicht schädigen, wenn Ihr Kind die Paste hinunterschluckt. Die meisten Zahnärzte halten heute übrigens zusätzliche Fluoridtabletten für überflüssig, da Kinder bereits genügend mit der Nahrung aufnehmen.

Bis zum 2. Geburtstag genügt es, die Milchzähne einmal am Tag zu reinigen, dann ist zweimaliges Putzen mit einer altersgerechten Zahnbürste empfehlenswert. Bedenken Sie, dass Kinder erst mit etwa drei Jahren in der Lage sind, die Bürste richtig zu halten - die korrekte Putztechnik beherrschen sie erst im Grundschulalter. Dennoch sollten Sie Ihrem Zweijährigen ruhig mal die Bürste in die Hand geben.

Es empfiehlt sich jedoch, nachdem Ihr Kind fertig geputzt hat, noch einmal gründlich nachputzen, damit auch wirklich alle Milchzähne erreicht werden.

 

© Bildagentur PantherMedia  / Lenets_Tatsiana
© Bildagentur PantherMedia / Lenets_Tatsiana

Fissuren versiegeln ab dem ersten Zahn

 

Mit dem Schulstart beginnt nicht nur ein aufregend neuer Lebensabschnitt, sondern auch der Zahnwechsel in das bleibende Gebiss. Normalerweise endet der Zahnwechsel zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr mit den Weisheitszähnen. Zahnwechsel bedeutet den Durchbruch der ersten bleibenden Zähne, bei denen es sich normalerweise um die ersten Backenzähne handelt. Da die Backenzähne hinter dem letzten Milchzahn zum Vorschein kommen, bleibt ihr Erscheinen vielfach unbemerkt, da kein Milchzahn ausfällt.

Bevor sich Zucker- und Speisereste als Plaque am Zahn festsetzen, müssen sie gründlich entfernt werden, damit keine Schäden anrichten. Weil jedoch die noch unregelmäßigen Zwischenräume und die Furchen auf den Mahlflächen der Backenzähne (Fissuren) schwer zu erreichen sind, haben Kinder beim Putzen des Wechselgebisses mitunter Probleme. Da sich die Putzrichtung mit jedem nachwachsenden Zahn ändern kann, ist es für den Nachwuchs nicht so leicht die richtige Technik zu erlernen.

Nach Durchbruch der vier Backenzähne ist es wieder Zeit für einen Zahnarztbesuch. Er wird nach eingehender Untersuchung entscheiden, ob eine Fissurenversiegelung zu empfehlen ist.

Sollte dies z.B. bei stark zerklüftete Fissuren der Falle sein, sollten diese Zähne möglichst rechtzeitig versiegelt werden. Nicht alle sondern nur die kariesgefährdeten Zähne müssen mit einem Versiegelungsmaterial geschützt werden. Nach Reinigung und Trocknen der Zähne muss der Zahnarzt die oberste Schicht des Zahnschmelzes durch eine kurze Anätzung aufrauen, damit das später aufgebrachte Kunststoffmaterial gut an der Zahnoberfläche haftet.

Klinische Untersuchungen haben nachgewiesen, dass Versiegelungen eine mittlere Lebensdauer von sieben bis zehn Jahren aufweisen und das Auftreten von Fissurenkaries deutlich verringern können.

Bei diesem Besuch lassen Sie und Ihr Kind sich am besten zeigen, wie es auch die sich im Kiefer noch „duckenden“ Zähnchen erreicht. Der Zahnarzt wird Ihr Kind auch mit Zahnseide vertraut machen – neben der Bürste das wichtigste Pflegemittel. Nur etwa 60 Prozent der Beläge werden beim Putzen entfernt werden, – die restlichen 40 Prozent befinden sich in den Zwischenräumen, diese lassen sich aber mit eben jener Zahnseide hervorragend entfernen.

 

© Bildagentur PantherMedia  / kirill_grekov
© Bildagentur PantherMedia / kirill_grekov

In der Pubertät schaffen sich Teenager zunehmend eigene Freiräume. Zahnpflege wird von Eltern weniger oder gar nicht mehr kontrolliert. Die Jugendlichen bestimmen ihre Ernährung selbst und konsumieren dabei vermehrt Süßes, Chips oder Softdrinks. Erste Kontakte mit Alkohol oder Zigaretten sind möglich. Und es gibt wesentlich wichtigere Themen als Zahnpflegemaßnahmen, die sich erst in ferner Zukunft auszahlen. Zirka jeder zweite Jugendliche trägt zu dieser Zeit eine Zahnspange. Besonders für sie ist regelmäßiges Putzen mit Hilfsmitteln wie Zahnseide sowie Zahnzwischenraumbürsten und gezielten Techniken wichtig. Nur so können sie alle Nischen reinigen.

Außerdem haben Teenager bis zu zweimal pro Jahr Anspruch auf eine kostenlose Untersuchung und Prophylaxe beim Zahnarzt. Erkundigen Sie sich dazu bei ihrer Krankenkasse. Er oder eine Prophylaxeassistentin klären die jungen Patienten über zahngesunde Ernährung, richtige Mundhygiene, über Krankheitsursachen und ihre Vermeidung auf. Dazu gehören auch die richtige Mundhygienetechnik und das Zeigen von vorhandenen Belägen auf den Zähnen. Der Zahnarzt trägt die Termine in das Bonusheft ein und hält somit die regelmäßigen Kontrollen fest. Sollte doch einmal Zahnersatz notwendig sein, kann der Patient damit Kosten sparen.

Letztendlich ist es eine Tatsache, dass hierdurch die Zähne und das Zahnfleisch ein Leben lang gesund bleiben können, zudem wirken ein frischer Atem und ein attraktives Lächeln durchaus anziehend.


Tipp Dezember:

 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Fissurenversiegelung nur für die beiden hinteren bleibenden Backenzähne, wenn Ihr Kind zwischen sechs und 18 Jahren alt ist. Zwar können die kleinen Backenzähne des bleibenden Gebisses und die Backenzähne des Milchgebisses ebenfalls versiegelt werden, doch müssen bis zu 20,00 € pro Zahn aus eigener Tasche bezahlt werden.