Newsletter August 2016:


Wenn die Spucke wegbleibt - Xerostomie

 

Die Zunge klebt am Gaumen, das Kauen, Schlucken und Sprechen fällt schwer. In der menschlichen Mundhöhle befinden sich sechs Speicheldrüsen, die bei gesunden  Menschen am Tag bis zu 1,5 l Speichel produzieren. Speichel besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Das eine Prozent bilden Schleimstoffe, Mineralien und Enzyme.

Diese natürliche Munddusche reinigt nicht nur, sie tötet Bakterien ab, neutralisiert  den Zahnschmelz aufweichende Säuren und gibt den Zähnen zudem härtendes  Kalzium und Phosphat zurück. So werden die Zähne auf natürliche Weise vor Karies geschützt.

 

Die Ursachen

 

Die Speichelproduktion lässt mit zunehmendem Alter nach. Oft jedoch trinken auch schon junge Menschen zu wenig. Koffein und Nikotin kann Mundtrockenheit hervorrufen. Bei über 400 Medikamenten – starke Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Mittel gegen Diabetes oder Depression – ist Mundtrockenheit als Nebenwirkung bekannt. Außerdem kann sie eine Folge der Strahlen- und Chemotherapie, Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen sein.

Zudem ist ein trockener Mund oftmals ein Warnzeichen für Krankheiten:

Speicheldrüsen-Entzündung, Schilddrüsen- oder Nierenprobleme, Diabetes oder bestimmte Rheuma-Formen, bei denen Abwehrzellen irrtümlich körpereigenes Gewebe angreifen.

Extreme Mundtrockenheit kann auch auf eine Autoimmun-Krankheit, das sogenannte

Sjögren-Syndrom, hinweisen. Dabei richtet sich die körpereigene Abwehr irrtümlich gegen Zellen der Speichel- und der Tränendrüsen. Neben der Trockenheit von Mund und oft auch der Augen können bei dieser Erkrankung Schleimhäute von Nase, Kehlkopf, Bronchien und Scheide betroffen sein. Diese Krankheit kann durch eine Blutuntersuchung erkannt werden.

 

Die Folgen

 

Die Veränderung der Mundschleimhaut kann zahlreiche Folgen für den Patienten haben und dessen Lebensqualität beeinträchtigen:

  • Mundgeruch
  • Besiedlung der Mundhöhle mit Krankheitserregern
  • Zahnfleischentzündungen, Karies, Zahnverlust durch erhöhte Keimbesiedelung
  • Zunge brennt und schmerzt
  • Geschwüren und Pilzbefall (Soor) – Nahrungsaufnahme schmerzt – Mangelernährung
  • Geschmackssinn ist beeinträchtigt
  • Schluckstörungen
  • Schwierigkeiten beim Sprechen

Abhilfe

© Bildagentur PantherMedia / Werner Heiber
© Bildagentur PantherMedia / Werner Heiber

• Viel Wasser und Kräuter- oder Früchtetee trinken
• Ausspülen des Mundes mit Wasser, Kräuter- oder Früchtetees wie z.B. Salbei oder Eibischwurzeltee,
Schwarzer Tee beugt durch seinen Fluoridgehalt zudem Karies vor.
• Zitronen und Orangen – manchmal reicht schon der Geruch einer Zitrone.
• Täglich drei Gewürznelken kauen Mehrmals täglich mit Buttermilch spülen Rahm oder fettreicher  Frischkäse.
• Lutschen von gefrorenen Ananasstückchen Lebensmittel die den Speichelfluss anregen – Möhren, Staudensellerie, Radieschen und Äpfel.

• Den Mund mehrmals täglich mit einem Teelöffel Olivenöl spülen.

• Auch zuckerfreie Zahnpflege-Kaugummis können helfen.

• Zucker vermeiden, denn er bindet viel Flüssigkeit und macht den Speichel zäh.

• Beduften Sie Ihre Wohnräume mit ätherischem Zitrusöl oder Orangenöl.

© Bildagentur PantherMedia / margo555
© Bildagentur PantherMedia / margo555

 

 

Mittlerweile gibt es außerdem Speichelersatzmittel. Sie besitzen Eigenschaften, die dem menschlichen Speichel ähneln.

Regelmäßige Zahnarztkontrolle und eine sorgfältige Mundhygiene sind das A und O.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne während eines Termins in unserer Praxis zur Verfügung.

 

Tipp des Monats:

 

Zum Teil können durch oben genannte Tipps unerwünschte Effekte wie Verfärbungen und Säureexpositionen für die Zähne entstehen. Darum ist nicht jede Empfehlung für jeden Patienten geeignet.