Newsletter September 2015:


Ach, Sie schnarchen auch? – Schon mal etwas von Protrusionsschienen gehört?

Warum manche Menschen schnarchen

 

Da während des Schlafens die Muskeln erschlaffen und der Unterkiefer nach hinten zurückfällt, verringert sich der Platz im Bereich der Atemwege. Dadurch wird die Menge der eingeatmeten Luft eingeschränkt. Der Luftstrom wird beschleunigt, da die Lungen dennoch mit Sauerstoff versorgt werden wollen, wodurch das Gaumensegel, die Zungenhinterwand und der hintere Rachen zu vibrieren beginnt. Schnarchgeräusche entstehen.

Mit zunehmendem Alter nimmt auch das Schnarchen zu. Das kann an strukturellen Veränderungen des Körpers liegen, an nachlassender Muskelspannung und Fetteinlagerungen.

Etwa 40% der Männer ab 40 Jahren schnarchen. Doch Schnarchen ist keine Männerkrankheit. Etwa 30% der Frauen sind ebenfalls betroffen!

Leider wird dieses Thema in unserer Gesellschaft tabuisiert.

Da es durch das Schnarchen jedoch zu enormen Auswirkungen auf die körperliche Integrität und das soziale Leben kommen kann, sollte man Hinweise des entnervten Partners oder eigene Feststellungen nicht ignorieren. Durch die verschlechterte Atmung während der Nacht kann es auf Dauer zu einer Vergrößerung des Herzens kommen, das den Sauerstoffmangel durch stärkere Aktivität auszugleichen versucht. Möglicherweise eine Ursache für Herz- und Kreislauferkrankungen. Das wiederum kann zu chronischer Schläfrigkeit führen.

 

Wird die Atmung nur teilweise behindert, spricht man von einer Hypopnoe.

 

Was ist OSAS?

 

Wird der Rachenraum vollständig blockiert, kann es zu Atemstillstand oder zu einer Schlafapnoe-Episode kommen, die 10 Sekunden oder gar länger andauern kann. Pro Nacht kann sich dies hunderte Mal wiederholen. Hier spricht man vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS).

Bei OSAS handelt es sich um eine Schlafstörung, die zu geringem Sauerstoffgehalt im Blut führt und zu mehrfachen unbewussten, kurzen Aufwachepisoden. 

Die möglichen Folgen sind zum einen Müdigkeit und Schläfrigkeit, doch auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall, Libidostörungen, Depressionen und Krebs. Erkrankungen, die letztendlich sogar zu vorzeitigem Tod führen können.

 

Risikofaktoren

 

Von der krankmachenden obstruktiven Schlafapnoe (ca. 4% der gesamten Bevölkerung), sind besondere die Männer betroffen.

Starkes Übergewicht

Große Mahlzeiten und Alkohol am Abend

Rauchen

Schlafmittel und muskelentspannende Medikamente

Unregelmäßige Schlafzeiten (Schichtarbeit)

Enge Atemwege (Mandeln, Polypen, großer Halsumfang)

Vererbung

 

Wie kann der Zahnarzt Abhilfe schaffen?

 

Klinische Studien haben immer wieder gezeigt, dass vom Zahnarzt angefertigte Unterkieferprotrusionsschienen (Schnarcherschiene), in leichten und mittelschweren Fällen, wirksam gegen Schnarchen und Schlafapnoe helfen kann.

Voraussetzung für die Schienentherapie ist eine ausreichende Zahl gesunder Zähne und /oder Implantate, da bei entzündeten oder zu wenigen Zähnen die Schiene nicht richtig hält. Was zur Folge hat, dass sie nicht wirken kann. Festsitzender Zahnersatz stellt Der Zahnarzt kann feststellen, ob sich Risikozähne im Kiefer befinden, die nicht besonders belastet werden sollten. Verblendungen von Brücken und Kronen dürfen nicht beschädigt werden.
Die Schiene sollte stets individuell für den Patienten, nach Abformung der Zähne, von einem Dentallabor angefertigt werden. Die korrekte Schienenauswahl erfordert Erfahrung und eine gute Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechnikermeister. Auf diese Weise kann die Schiene nicht nur wirken, sondern auch vom Patienten gut angenommen werden, da sie auch in der Langzeitanwendung nebenwirkungsarm ist.

 

Tipp:

Bei einer vom Zahnarzt angefertigten Protrusionsschiene treten seltener Nebenwirkungen auf. Außerdem sollten Patienten ihre Schiene regelmäßig untersuchen lassen.

 

Was ist eine intraorale Protrusionsschiene?


Zu Beginn der 1980er Jahre wurden die ersten Beschreibungen solcher Schienen erwähnt, die  als Protrusionsschienen aus kieferorthopädischen Modellen entwickelt wurden. Mittlerweile wurden die Protrusionsschienen erheblich verbessert. Anhand der beim Patienten anatomisch vorliegenden Gegebenheiten trifft der Zahnarzt letztendlich seine Wahl aus den unterschiedlichen auf dem Markt angeboten Modellen.

Die intraoralen Protrusionsschienen stellt den Unterkiefer und Zunge in eine vorgeschobene Position (=Protrusion). So kommt es zu einer Öffnung des Pharynxvolumens, der Atemwegswiderstand nimmt ab und die Atemwege werden im Schlaf mechanisch offen gehalten. Auf diese Weise wirkt die Schiene der Schlafapnoe entgegen.

 

Sind Nebenwirkungen bekannt?

 

Wie bei jedem Hilfsmittel können auch bei Protrusionsschienen Nebenwirkungen auftreten.

Zu Beginn der Therapie kommt es häufig zu gesteigertem Speichelfluss, der nach der Eingewöhnungszeit meist abnimmt.

Möglicherweise verspürt der Patient anfangs einen Druck auf den Zähnen. Auch eine kater-ähnliche Reaktion der Kaumuskulatur kann vorkommen. (Ist durch Krankengymnastik gut behandelbar, falls es nicht von selbst besser wird).

In seltenen Fällen treten Kiefergelenkbeschwerden auf. (z.B. bei bestehenden Erkrankungen, ist aber bei korrekter Schienengestaltung vermeidbar).

 

Protrusionsschienen sind Hilfsmittel, die nur wirken können, wenn sie während des Schlafes auch getragen werden. – Und zwar während der ganzen Nacht, denn gerade in der zweiten Nachhälfte treten die meisten Atempausen auf.

 

Zudem sind regelmäßige zahnmedizinische und schlafmedizinische Kontrollen notwendig, die alle 6-12 Monate durchgeführt werden sollten. Nur so kann der Verlauf der Beschwerden und der Funktionszustand der Unterkieferprotrusionsschiene überprüft werde