Newsletter Juni 2015:


Aktueller Artikel aus der Stuttgarter Tageszeitung:

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Die Mundhöhle – ein Biotop für Mikroorganismen

Die Mundflora eines Menschen besteht aus unzählig vielen, ganz unterschiedlichen Mikroorganismen, auch Protozoen genannt. Die jeweils ganz unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheit der Zähne, Zunge und Mundschleimhaut bieten fast 600 unterschiedlichen Arten von Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze und Einzellern  einen idealen Lebensraum.

Möglicherweise hört sich das zunächst besorgniserregend und ungesund an, ist aber völlig normal. Im Gegenteil, wir brauchen diese kleinen Helfer sogar, da sie wichtige Aufgaben übernehmen, wie beispielswiese  das Abwehren von Krankheitserregern. Außerdem  unterstützen sie den Verdauungsprozess, da sie im Mund mit der Zersetzung von Eiweiß beginnen.

 

Diese bakterielle Besiedlung kann von Mensch zu Mensch stark variieren, da verschiedenste Faktoren einen Einfluss darauf haben. 

Bereits direkt nach der Geburt ist unsere Mundhöhle mit Bakterien besiedelt und mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne nisten sich auch Kariesbakterien ein. Da sie bereits von den Eltern oder über die Nahrung auf das Kind übertragen werden, hängt die Stärke der „Bakterienlast“ auch von deren Mundgesundheit ab. Ernährung, Immunsystem, Mundhygiene, Speichel, pH-Wert, Zustand der Zähne, die Allgemeingesundheit und zahlreiche andere Faktoren beeinflussen die Mundflora, bis sie sich im Laufe der Zeit zu der eines Erwachsenen entwickelt hat.

In der Mundhöhle gesunder Menschen, die sich ausgewogen ernähren und ihre Zähne gründlich putzen, sind vorwiegend aerobe Bakterien zu finden. Diese verhindern die ungehemmte Vermehrung ihrer anaeroben Kollegen, die auch Fäulnisbakterien genannt werden.

 

Was geschieht, wenn das Gleichgewicht gestört wird?

 

Durch negative Einflüsse, vor allem mangelnde Mundhygiene, kann das Gleichgewicht der bakteriellen Besiedlung ins Wanken geraten. Es kann zu regelrechten Bakterienteppichen, einem sogenannten Biofilm kommen.

Karies- und Parodontitisbakterien haben Zähne und Zahnersatz am Zahnhals, am Zahnfleischsaum und in den Zahnfleischtaschen als ihren bevorzugten Lebensraum auserkoren. Hier schädigen sie den Zahnhalteapparat da sie Zucker zu Säuren verstoffwechseln und Giftstoffe freisetzen. Die meisten dieser Mikroorganismen leben bevorzugt von Resten eiweißreicher Nahrung. (Milch, Quark, Joghurt, Käse, Eier oder Fleisch.) Das Produkt ihres Stoffwechsels schlägt sich dann als Plaque nieder.

 

Was versteht man unter Plaque?

 

Erst wenn sich krankmachende Bakterien in der Mundhöhle als Zahnbelag an den Zähnen festheften, sind sie gefährlich. Bei Bakterienansammlung auf den Zähnen sprechen Zahnärzte von Plaque oder auch von oralem Biofilm

Ein Gramm Zahnbelag besteht aus über einer Billion Bakterien, neben Stoffwechselprodukten und Eiweißstoffen des Speichels. Zum Überleben und zur Vermehrung haben Bakterien in der Plaque Strategien entwickelt, die ihnen dienlich sind. Sie tauschen Wasser und Nahrung über Gänge aus, kommunizieren miteinander und passen sich über Gentransfer an äußere Bedingungen an.

 

Kann man Plaque für immer beseitigen?

 

Nein! Bereits nach wenigen Stunden bildet sich, durch biologische Mechanismen, auf dem sauberen Zahn neuer Zahnbelag. Eiweißstoffe lagern sich aus dem Speichel auf der Zahnoberfläche an. Sofort bereiten bestimmte Bakterien das Milieu für die Ansiedlung weiterer Bakterienstämme vor. Da ständig neue Bakterien produziert werden, reift die Plaque. Ihre Schichtstärke nimmt in Nischen, wo sie gut geschützt ist weiter zu und wirkt schädigend.

 

Kann man Plaque positiv beeinflussen?

 

Plaque lässt sich am besten mit Zähneputzen durch Zahnbürsten, Interdentalbürsten und Zahnseide bekämpfen. Auch die regelmäßige Professionelle Zahnreinigung  und Mundspülungen helfen die Plaque Neubildung zu reduzieren.

 

Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei unserem speziell ausgebildeten und geschulten Prophylaxeteam, welches Ihnen gerne alle Fragen zu diesem Thema beantworten wird.

Tel. 0711-6492353