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Wer bezahlt meinen Zahnersatz?

 

In Deutschland stellt ein Heil- und Kostenplan (HKP) für zahnärztlich-prothetische Leistungen die geplante Zahnersatz-Versorgung und deren voraussichtliche Kosten detailliert dar. Einerseits stellt er schriftlich die zahnärztliche Leistung einer Therapieplanung dar, andererseits einen Kostenvoranschlag. So kann der Patient die Kosten nachvollziehen und erhält eine klare Übersicht inwieweit diese Kosten von ihm selbst, der Krankenkasse, einer – so vorhanden – privaten Krankenversicherung, von Beihilfestellen oder vom Sozialamt übernommen werden. Sowie Leistungen einer Krankenkasse in Anspruch genommen werden sollen, muss, bevor mit der Versorgung eines Patienten mit Zahnersatz begonnen werden darf, vom Zahnarzt ein Heil- und Kostenplan mit Angabe der Befunde erstellt werden. Die Krankenkasse legt dann die Höhe des Festzuschusses fest.

 

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Folgende Informationen stehen im Heil- und Kostenplan:

 

Im 1. Feld des HKP geht es um die geplante Versorgung

 

Jeder Zahn im Mund des Patienten hat von 11 – 41 eine Nummer. Ausgehend von den mittleren Schneidezähnen bis zu den Backenzähnen. Zu jeder Nummer (Zahn) für den Zahnersatz geplant ist, wird der Befund eingetragen. Außerdem wird die Regelversorgung, sowie die geplante Versorgung in Kürzeln vermerkt. Die Kürzel sind im Formular vermerkt.

 

Im 2. Feld des HKP stehen Befund und Festzuschüsse 

 

Hier erfahren Sie, die Höhe des Festzuschusses der Krankenkasse. Der Befund wird hier noch einmal verschlüsselt in Zahlen ausgedrückt. Sie sind die Grundlage für die Berechnung des Festzuschusses Ihrer Kasse. In diesem Feld ist die Summe vermerkt.

 

Im 3. Feld des HKP finden Sie die Kostenplanung

 

Zahnersatzkosten setzen sich aus den voraussichtlichen Material- und Laborkosten, die in etwa 60-70 Prozent des Gesamtbetrages ausmachen, und aus dem Honorar des Zahnarztes zusammen. Zahnärztliche Leistungen, welche die gesetzliche Krankenkasse übernimmt, werden grundsätzlich nach dem Bewertungsmaßstab für Zahnärztliche Leistungen (BEMA) abgerechnet. Privatleistungen dagegen nach der Gebührenverordnung für Zahnärzte (GOZ).

 

Im 4. Feld des HKP kommt das Bonusheft zum tragen

 

Ein Bonusheft dokumentiert die jährliche zahnärztliche Kontrolluntersuchung. Wenn der Patient ein, in den letzten fünf  bzw. zehn Jahren lückenlos geführtes Bonusheft vorweisen kann, gewährt die Krankenkasse einen 20 oder 30 Prozent höheren Zuschuss.

 

Übrigens: Der Festzuschuss von 50 Prozent verdoppelt sich bei Patienten, die als Härtefall (wegen nachgewiesen geringen Einkommens) gemäß § 55 SGB V eingestuft wurden.

 

Im 5. Feld des HKP erfahren Sie den Rechnungsbetrag nach Behandlung

 

Hier wird der tatsächlich entstandene Rechnungsbetrag nach der Zahnersatz-Versorgung eingetragen. Mit Datum und seiner Unterschrift bestätigt der Zahnarzt, dass der Zahnersatz eingegliedert wurde.

 

Eigenanteil des Patienten

 

Sollte sich der Patient für einen von der Regelversorgung abweichenden Zahnersatz entschieden haben, ist dieses zweite Formular für ihn bestimmt.

Hier sind die einzelnen Kosten noch einmal zusammenfassend aufgeführt. Der Betrag der sich letztendlich nach Abzug der Festzuschüsse ergibt, ist der Eigenanteil des Patienten. Um einen Kostenvergleich anzustellen ist untenstehend der Eigenanteil aufgeführt der bei der Regelversorgung anfallen würde.

Über den Privatanteil stellt der Zahnarzt dem Patienten eine gesonderte Rechnung unter Abzug des Festzuschusses der Krankenkasse zu.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auch in der Mediathek oder beim nächsten kostenfreien Vortrag von Frau Dr. Seibold am 16.09.2015 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart.

 

Bitte melden Sie sich auf Grund der begrenzen Teilnehmerzahl rechtzeitig an.

 

TIPP DES MONATS:

 

Übrigens, auch auf herausnehmbarem Zahnersatz bilden sich Beläge, Verfärbungen und Zahnstein. Deshalb sollten Sie Ihre Prothese mindestens einmal im Jahr, in Ihrer Praxis professionell reinigen lassen.